Garantie - Gewährleistung

von Michael Forster

 

Hallo liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Mein Name ist Michael Forster - Rechtsanwalt.

Viele von Ihnen kennen mich. Ich bin in Aldersbach aufgewachsen und seit vielen Jahren aktives Mitglied in diversen Vereinen. Ich eröffne am 03. April 2006 in Aldersbach eine Rechtsanwaltskanzlei.

Ritter-Tuschl-Straße 10 (altes Rathaus)

Tel.: 08543 / 91 97 28

Fax: 08543 / 91 97 29
 

Nachdem ich mein Jurastudium in Passau mit einem Prädikatsexamen abgeschlossen und das Referendariat erfolgreich absolviert habe, kehre ich nun wieder mit meiner Frau Anita und meinem Sohn Lucas in meine Heimat zurück. Praktische Erfahrungen habe ich bereits durch intensive Mitarbeit in einer renommierten Kanzlei in Passau gesammelt.

Unter der Rubrik „Was jeder wissen sollte; rechtliche Grundkenntnisse für Jedermann“ möchte ich in Zukunft in jeder Ausgabe des Informationsblattes juristische Themen in allgemeinverständlicher Art aufarbeiten. Um das Ganze für Jedermann verständlich zu gestalten, werde ich versuchen, keine hochjuristischen Abhandlungen zu schreiben, sondern eine vereinfachte Darstellung zu bieten, soweit dies möglich ist.

 

Heutiges Thema: Garantie – Gewährleistung

Wenn Sie heute als Verbraucher (nicht als Geschäftsmann) in ein Geschäft gehen und dort etwas kaufen, bietet man Ihnen oft „2 Jahre Garantie“ oder „2 Jahre Gewährleistung“ oder es wird auf dieses Thema gar nicht hingewiesen.

Problem: Welche Rechte erwachsen Ihnen daraus?

Zuerst möchte ich die gesetzliche Lage erläutern. Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) hat der Verbraucher seit 2002 bei jedem Kauf von einem Unternehmer eine zweijährige Gewährleistungsfrist. Das bedeutet: Tritt während dieser Zeit ein Mangel an der gekauften Sache auf, der auf einer Fehlerhaftigkeit der Sache bei Gefahrübergang (= meist Übergabe) beruht, kann der Käufer (1.) Nacherfüllung (Reparatur oder neuer Gegenstand) verlangen, (2.) vom Kaufvertrag zurücktreten (Geld zurück, Sache zurück) oder den Kaufpreis mindern und (3.) Schadensersatz fordern.

Diese Frist kann bei neuen Sachen nicht verkürzt werden. Bei gebrauchten Gegenständen ist eine Verkürzung auf ein Jahr möglich.

Eine Garantie unterscheidet sich davon im ersten Augenblick kaum. Meist handelt es sich um eine Beschaffenheits- oder Haltbarkeitsgarantie. Dies bedeutet, dass der Verkäufer oder ein Dritter (Hersteller) dafür einsteht, dass die verkaufte Sache eine gewisse Beschaffenheit aufweist oder diese für eine bestimmte Dauer behält.

Der Unterschied zwischen beiden liegt hauptsächlich in der praktischen Geltendmachung:

Will der Käufer Gewährleistung geltend machen, muss er beweisen, dass der Mangel nicht durch eine Falschbehandlung des Kaufgegenstandes entstanden ist. Das heißt, die Ursache für den späteren Mangel muss bereits bei Übergabe vorhanden sein. Dies ist u. a. dann der Fall, wenn trotz bestimmungsgemäßer Verwendung ein Defekt auftritt. Da dieser Beweis meist schwer zu führen sein wird, hat der Gesetzgeber dem Verbraucher geholfen. Es wird laut Gesetz vermutet, dass ein Mangel, der in den ersten 6 Monaten auftritt, von Anfang an vorhanden war. Das Gegenteil hat der Verkäufer zu beweisen.

Bei einer Garantie hingegen trifft während der gesamten Garantiezeit die Beweispflicht den Verkäufer.

Fazit: Ein Anspruch aus einer Garantie ist erheblich leichter durchsetzbar als einer aus Gewährleistung – zumindest ab dem 7. Monat nach dem Kauf.

Zurück