Rechtzeitig Vorsorge treffen!

von Michael Forster

 

Immer mehr Deutsche sichern ihr Lebensalter in finanzieller Hinsicht durch verschiedenste Versicherungen ab, welche ihnen eine gewisse Sicherheit im Hinblick auf die Zeit nach dem Berufsleben geben. Dabei wird häufig übersehen, dass sich im Alter nicht nur die finanzielle Lage verschlechtern kann, sondern leider oft auch die gesundheitliche.

Nur die Wenigsten treffen Vorsorge für den Fall, dass sie infolge eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder aufgrund nachlassender geistiger Kräfte im Alter ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können.

Zwar wird im Bedarfsfall vom Vormundschaftsgericht ein/e Betreuer/in bestellt, der/die dann die Angelegenheiten des Betreuten regelt. Jedoch ist nicht gewährleistet, dass es sich bei dieser Person auch um die Person handelt, die man selbst gewählt hätte.

Es bietet sich daher an, Vorsorge für einen derartigen Fall zu treffen, solange man noch dazu in der Lage ist. Dies ermöglicht Ihnen ein hohes Maß an Selbstbestimmung.

Ein vom Gericht bestellter Betreuer wird Ihr gesetzlicher Vertreter in dem festgelegten Aufgabenbereich. Dies sind nicht automatisch die Kinder oder der Ehegatte. Ein umfassendes Sorgerecht kennt unser Rechtssystem nur im Verhältnis Eltern – minderjährige Kinder.

Möglichkeiten der Vorsorge sind:

  • Vollmacht/Generalvollmacht
  • Betreuungsverfügung
  • Patientenverfügung.

In einer Vollmacht kann geregelt werden, wer dann das vorhandene Vermögen verwaltet, wie die ärztliche Versorgung aussehen soll und wer generell für einen handelt und entscheidet.

Sie können in einer Vollmacht eine oder mehrere Personen Ihres Vertrauens benennen, von welchen Sie überzeugt sind, dass sie im Bedarfsfall Ihre Interessen am Besten vertreten. In dem Auftrag an den späteren Bevoll-mächtigten können Sie genau festlegen, wozu der Bevollmächtigte berechtigt sein soll.

Sollten Sie zu einem Betreuungsfall werden, würde das Vormundschaftsgericht Sie dazu anhören, wer Ihr Betreuer werden soll. Ist dies jedoch nicht mehr möglich, so bestellt das Gericht einen Betreuer, ohne dass Sie darauf Einfluss nehmen können.

Sollte jedoch eine Betreuungsverfügung vorliegen, so hat das Gericht Ihre darin ge-äußerten Wünsche zu berücksichtigen.

Sie können darin regeln, wer Ihr Betreuer sein soll, aber auch, wer es gerade nicht sein soll. Weiterhin können Sie Anweisungen geben, wie in Vermögens-, persönlichen, und Wohnungs- / Heimaufnahmeangelegenheiten verfahren werden soll.

In einer Patientenverfügung kann geregelt werden, welche Behandlungen oder Lebenserhaltenden Maßnahmen durchgeführt werden sollen, wenn Sie z.B. infolge eines Komazustandes nicht mehr in der Lage sind, dies selbst zu entscheiden. Viele Menschen wollen lieber „in Würde sterben“, als „sinnlos in einem unerträglichen Zustand“ am Leben erhalten zu werden.

Lebenserhaltende oder –verlängernde Maßnahmen müssen unterlassen werden, wenn sie dem Willen des Patienten widersprechen. Deshalb ist es auch enorm wichtig, sich vorher das entsprechende Krankheitsbild vor Augen zu führen und sich mit seinem Arzt zu besprechen, da man in gesunden Tagen oft Zustände als „unwürdig“ einstuft, die im Alter oder nach längerer Krankheit wesentlich akzeptabler erscheinen.

Dieser Beitrag kann natürlich nur eine allgemeine Information bieten. Um die Details des Einzelfalls zu berücksichtigen, ist eine individuelle Beratung erforderlich.

In diesem Zusammenhang sollte man sich auch mit weiteren Thematiken befassen, wie etwa dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung oder der Errichtung eines Testaments, welche bereits Gegenstand dieses Ratgebers war. Ich werde in einer der nächsten Ausgaben auch das Erbrecht wieder aufgreifen. An dieser Stelle würde dies jedoch zu weit führen.

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