Wie verhalte ich mich richtig nach einem Verkehrsunfall?

von Michael Forster

 

Einer der häufigsten Gründe, warum Rechtsstreits geführt werden, sind Verkehrsunfälle.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Halten Sie sofort an.
  • Sichern Sie den Unfallort.
  • Sollte lediglich ein Bagatellschaden vorliegen, fahren Sie beiseite.
  • Sie sind verpflichtet, erste Hilfe zu leisten, wenn Personen verletzt wurden. 

Folgende Angaben ist jeder Unfallbeteiligte verpflichtet zu machen:

  • Name und Adresse
  • Auf Verlangen: Führerschein und Fahrzeugschein
  • Haftpflichtversicherungsdaten 

Um später einen Anspruch gegen den Gegner durchsetzen zu können, sollten Sie sich daher diese Informationen geben lassen. Weiter ist es unverzichtbar, dass Sie sich das amtl. Kennzeichen des Unfallgegners aufschreiben und wenn möglich Fotos vom Unfallort und den beiden Fahrzeugen fertigen, die die Stellung der beiden Fahrzeuge nach dem Zusammenstoß dokumentieren.

Sie müssen unbedingt so lange am Unfallort bleiben, bis die notwendigen Informationen ausgetauscht wurden, ansonsten begehen Sie Unfallflucht (=Straftat).

Des weiteren sollten die Personalien von Zeugen aufgeschrieben werden, um später ein Beweismittel für den Unfallhergang in Händen zu halten.

Die Zuziehung der Polizei ist in den meisten Fällen sinnvoll. Zu beachten ist jedoch, dass diese bei reinen Blechschäden, aus denen kein größerer Schaden entstanden ist, nicht verpflichtet ist, den Unfall aufzunehmen.

Der Unfall muss der eigenen Versicherung innerhalb einer Woche angezeigt werden.

Wissen Sie, was Sie nach einem nicht verschuldeten Verkehrsunfall geltend machen können?

  • Reparaturkosten:
    - tatsächlich angefallene, aber auch fiktiv (Abrechnung über Gutachten – keine MWSt)
    - Totalschaden: Wiederbeschaffungskosten
  • Gutachterkosten; nicht bei Bagatellschäden unter 750 €
  • Mietwagenkosten/Nutzungsausfall, Wertminderung, Unfallkostenpauschale
  • Bei Verletzungen: Schmerzensgeld, Heilungskosten, vermehrte Bedürfnisse, Verdienstausfall …
  • Rechtsanwaltskosten …

Zum Ersatz dieser Schäden sind bei verschuldetem Unfall der Fahrer, der Halter und die Haftpflichtversicherung des anderen Fahrzeuges verpflichtet. In der Regel werden die Ansprüche direkt gegen die regelmäßig zahlungsfähige Haftpflichtversicherung.

Da jedoch auch Versicherungen nur bezahlen, was unbedingt nötig ist, werden zum einen nicht von selbst all diese Kostenpunkte beglichen. Dazu sollte man schon wissen, was man verlangen kann; ansonsten spart sich die Versicherung das Geld. Zum anderen wird sehr oft versucht, den Betrag zu reduzieren, indem man dem Geschädigten eine Mitschuld an dem Unfall zuschreibt. Der Schaden wird nämlich nur in der Höhe erstattet, in der der Gegner an dem Unfall Schuld hatte.

Fazit:

Wenn es sich nicht um einen Bagatellschaden handelt und die Schuld nicht unbestritten bei Ihnen liegt, suchen Sie einen Rechtsanwalt auf. Zum einen wird dieser, soweit die Schuld beim Gegner liegt, auch von diesem bezahlt. Zum anderen erzielen Sie in der Regel ein weit besseres Ergebnis, als wenn Sie direkt mit der gegnerischen Versicherung verhandeln.

Die Versicherungen versuchen zwar mittlerweile zunehmend, den Geschädigten frühzeitig zu überzeugen, den Schaden ohne Gutachten und ohne Anwalt abzuwickeln. Wer sich jedoch hierauf einlässt, erhält erfahrungsgemäß weniger, als ihm zusteht.

Mein Rat: Schließen Sie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung ab! Dann können Sie nach einem Unfall einfach zum Anwalt gehen, dieser berät Sie und regelt die Angelegenheit in Ihrem Sinne. Ihnen fallen dann in der Regel keine Kosten an.

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